Genderleicht

Im Juni kam das Webinar der BücherFrauen-Akademie genau richtig. Ich hatte gerade die Übersetzung eines neues Sachbuchs über Existenzgründung angenommen und war gebeten worden, doch bei der Übertragung auf gendergerechte Sprache zu achten. Im Verlag hätte man sich auf die Verwendung des Gendersternchens geeinigt. Da allerdings die deutsche Übersetzung in der Regel immer länger wird als das englische Original und ich durch das Layout des Buches platzmäßig eingeschränkt war, war schnell klar, dass der Text auf diese Weise aufgebläht werden würde. Kreative Lösungen waren also gefragt!

Und genau hier hat mir das Webinar den richtigen Lösungsansatz aufgezeigt. Die deutsche Sprache bietet uns jenseits von Gendersternchen viele Formulierungsmöglichkeiten, ohne uns Doppelungen und Schreibweisen zu bedienen, die den Lesefluss behindern. Wie das funktioniert, habe ich in kleinen Online-Arbeitsgruppen ausprobieren können und kann es auch immer noch mal auf der Genderleicht-Website nachlesen. Besonders hilfreich sind die vielen Tipps auf dieser Seite, die mir wirklich weitergeholfen haben.

Hardback cover of How to Start Your Own Business

Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten ging es dann wirklich genderleicht und die Übersetzung fand beim DK-Verlag großen Anklang. Es wird noch dauern, bis das Buch irgendwann 2022 erscheint, aber ich hoffe, dass ich noch mehr Aufträge in dieser Richtung bekomme – jetzt, wo ich weiß, wie einfach gendergerechtes Formulieren sein kann.

Zeichensetzung intensiv

So lautete der dreiteilige Workshop, den Henrike Doerr beim BDÜ Fachverlag veranstaltete. Und es wurden wirklich drei sehr intensive und zugleich interessante Themenblöcke zu Bindestrich und Gedankenstrich, Zahlen und Ziffern, Kommasetzung sowie (besonders intensiv) zu Aufzählungen, Uhrzeit, Sonderzeichen, Semikolon, Auslassungspunkten und dem Apostroph). Da wir Teilnehmenden im Vorfeld unsere Fragen einschicken konnten, war der Workshop äußerst praxisnah. Ich fühle mich nach diesen drei Wochen gut gerüstet für neue Aufträge. Viele meiner Zweifel sind nun ausgeräumt und falls ich doch unsicher werde, kann ich mein Skript konsultieren, dass ich mir anhand der Aufzeichnungen der Webinare erstellt habe.

Henrike Doerr hat in diesem Jahr noch viele interessante Webinare in ihrem Programm. Daher wird dies sicherlich nicht das letzte gewesen sein …

2020 – Ich weine ihm keine Träne nach

Manche meiner Kolleginnen sind dieses Jahr ganz durch gekommen, bei anderen war es übel, bei mir eher so la-la. Ich hatte Glück, dass die Zahlung für ein umfangreiches Buchprojekt Ende Januar für ein schönes Polster auf dem Konto sorgte. Die Umsatzsteuerstundung rettete mich dann über die nächste Talsohle, bis im Juni die Ausschüttung der VG Wort kam. Was für ein Glück… – denn bis dahin tat sich weder im Verlagsgeschäft noch sonst wirklich was.

Im März habe ich mich mit einer Webinarreihe zum IFRS weitergebildet, ich hatte zwar erst letztes Jahr ein Seminar dazu besucht, aber eine Vertiefung kann hier nie schaden – außerdem will die arbeitslose Zeit ja genutzt werden.

Kurz vor den bayerischen Sommerferien im Juni/Juli gab es dann einen leichten Aufwärtstrend, der aber gleich wieder schwächelte und erst Mitte September beschloss, wieder Fahrt aufzunehmen.

Im Herbst kam dann auch endlich das von mir übersetzte Buch zu Scratch und Python auf den Markt. Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl, das fertige Werk in den Händen zu halten.

2021 lässt mich nun hoffen, zum einen weil ich eher der optimistische Typ bin, zum anderen weil ich dem Aufwärtstrend jetzt einfach mal vertraue. Wird schon werden, dieses neue Jahr.

Und wieder Stress zum Jahresende

Alle Jahre wieder… Eigentlich hat man genug Zeit für den großen Auftrag und man ist sich ganz sicher, dass man bestimmt eine Woche vor Weihnachten fertig wird. Dann kann man noch in Ruhe die Buchhaltung machen und die letzten Rechnungen schreiben. Aber auch dieses Jahr war es nur Wunschdenken. Bis das letzte Kapitel des neuen Buchs mit dem Originaltitel Beginner’s Step by Step Coding Course fertig war, Glossar und Register sowie Vorwort übersetzt waren, ist es dann doch kurz vor den Feiertagen gewesen. Jetzt freue ich mich über ein paar ruhige Tage und einen guten Start in das neue Jahrzehnt, in dem im Januar zwei meiner in diesem Jahr übersetzten bzw. überarbeiteten Titel erscheinen werden.

Die BDÜ-Konferenz: das Highlight im November

Ende November ging es dann endlich nach Bonn zu dem Event in unserer Branche: zur BDÜ-Konferenz: Übersetzen und Dolmetschen 4.0. Drei Tage waren vollgepackt mit Fachvorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen.

Unter den über 1000 Teilnehmern  habe ich sehr viele Kolleginnen und Kollegen getroffen. Netzwerken und gute Gespräche gehören einfach zu solchen Konferenzen. Für die „Schreibtischtäter“ unter uns eine willkommene und notwendige Ergänzung des beruflichen Alltags.

Der BDÜ-Fachverlag hat eine großartige Arbeit bei der Organisation und der Wahl des Veranstaltungsorts – das World Conference Center in Bonn –  geleistet und dafür gesorgt, dass auch das leibliche Wohl der Teilnehmenden nicht zu kurz kam.

Seminarreihe „Revision“ Teil 2

Um diese Seminarreihe für mich abzuschließen, ging es Ende Oktober nach Köln zum Aufbaumodul „Lektorat“. Kompetent gestaltete Henrike Doerr das zweitägige Seminar, in dem sie unse uns nicht nur die Unterschiede zwischen Korrektorat und Übersetzungslektorat vermittelte, sondern auch die Merkmale guter Texte aufzeigte und uns zahlreiche Tipps und Tricks rund ums Lektorieren gab. Manche von uns hatten bereits Lektoratsaufträge ausgeführt, andere waren Neulinge – dementsprechend anregend war in den Pausen auch der Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

 

Die Seminarreihe ist ein hervorragend organisiertes Angebot des BDÜ Fachverlags mit erstklassigen Dozentinnen, die ich nur allen wärmstens empfehlen kann.

Spannungsbögen

Neben zahlreichen Fortbildungen, auch im Bereich Jahres- und Konzernabschlüssen sowie IFRS-Geschäftsberichten (vielen Dank an Leinhäuser Language Services für die Einladung), habe ich natürlich in den vergangenen Monaten auch gearbeitet. Unterschiedlicher konnten dieses Mal die Projekte nicht sein und so habe ich mich in den ersten Monaten des Jahres mit dem Verhaltenskodex für Angehörige der wirtschaftsprüfenden Berufe und den ISA-Standards beschäftigt, während es in den letzten Wochen eher um unser künftiges Zusammenleben mit künstlicher Intelligenz ging.

Knochentrockene Standards und populärwissenschaftliche Abhandlungen – genau diese Spannweite ist es, die unseren Beruf so interessant macht. Es wird allerdings noch etwas dauern, bis das Buch aus der Reihe DKKontrovers zu großen Fragen des 21. Jahrhunderts in Buchhandel erscheint.

Seminarreihe „Revision“

Nachdem ich 2018 immer zu spät mit meiner Annmeldung war, hat es jetzt im März endlich geklappt! Die 2-tägige Schulung bei Dr.  Carmen Canfora und Angelika Ottmann war die Anreise nach Mannheim wert.  Dieser professionell aufgebaute Workshop lieferte theoretische wie praktische Anleitungen für Übersetzer*innen, die auch als Revisor*innen arbeiten möchten.

Das Basiszertifikat habe ich in der Tasche, ein oder zwei Aufbaumodule werde ich  aber sicherlich noch dazu buchen, wenn ich einen Platz ergattere….

Blick zurück auf 2018

Ein ereignisreiches Jahr mit vielen schönen Projekten und neuen Kunden geht zu Ende und es geht voller Elan in das kommende Jahr.

Im Frühjahr erhielt ich eine Anfrage vom Dorling Kindersley-Verlag. Im Januar 2019 wird das von mir übersetzte Buch „Computer, Informatik, Internet für Eltern“ erscheinen. Ein weiteres „Spiele mit Python“, das im Februar erscheint, habe ich lektoriert. Beides sehr spannende Projekte, die ich direkt in InDesign übersetzt bzw. bearbeitet habe.

 

Im kommenden Jahr möchte ich das Lektoratsgeschäft ausbauen. Im März 2019 geht es daher auf die Schulung „Basismodul Revision“, dem sich das Aufbaumodul „Lektorat“ anschließen wird. Die BDÜ Weiterbildungs- und Fachverlagsgesellschaft mbH bietet diese Fortbildung an, die mit einem Zertifikat abschließen wird.

Ich freue mich auch darüber, dass es mit der Zusammenarbeit mit Leinhäuser Language Services, die bei einem Gespräch beim BDÜ Neujahrsempfang in München begann, so gut läuft. Es macht wirklich Spaß für das professionelle Leinhäuser-Team zu arbeiten.

Ich wünsche allen meinen Kunden einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Ich bin gespannt, was es alles bringen wird.