Übersetzer 4.0

Was bringt mir in meinem Übersetzeralltag eine Spracherkennungssoftware? Dieses Thema war unter anderem Gegenstand der Schmerlenbacher Tage, die der BDÜ LV Bayern alljährlich zum 1. Adventswochenende abhält. Spracherkennungssoftware kann nicht nur mit ein bisschen Training Routinearbeiten übernehmen und damit schmerzende Handgelenke und Schultern entlasten, man kann mit etwas Übung auch seine komplette Arbeitsweise umstellen und statt zu tippen nur noch diktieren. Alternativ kann man sich auch seine Übersetzung vorlesen lassen und somit die bildschirmmüden Augen schonen. Bei dem Ausblick in die Zukunft des Übersetzeralltags darf natürlich auch die maschinelle Übersetzung nicht fehlen. Während die allseits bekannten Systeme wie GoogleTranslate und Co. uns weder Konkurrenz noch Hilfe sind, können maschinelle Übersetzungssysteme, die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind, von uns mit Daten gefüttert werden und dadurch ständig dazulernen, durchaus eine Unterstützung sein. Allerdings ist die Einrichtung einer solchen „Engine“ mit sehr hohen Kosten verbunden und für einen Einzelübersetzer eher nicht zu realisieren. Die Teilnehmer des Workshops erfuhren zudem, welche anderen Methoden zur Produktionssteigerung CAT-Tools für den Übersetzeralltag bieten.

Die Nähe zu Büchern

Nicht nur bcsm_Thema_2_Hirschberg_55e4a10c60eruflich, sondern auch in meiner Freizeit dreht sich vieles um Sprache und damit auch um Bücher. Seit vielen Jahren leite ich die Bücherei in unserem kleinen Ort und zu einer meiner Lieblingsfortbildungen gehört die Jahrestagung des Sankt Michaelsbunds auf Schloss Hirschberg bei Beilngries. Hier geht es drei Tage lang um Büchereiarbeit, Novitätenvorstellungen und Trends auf dem Buchmarkt. Sehr interessant war auch die Autorenbegegnung mit Dr. Tanja Kinkel, die die Teilnehmer in die Recherchearbeiten zu ihren zahlreichen Büchern einführte und natürlich aus ihrem neusten Buch las.

Veränderung ist auch Chance

Auch nach 30 Berufsjahren kann man sich nicht einfach zurücklehnen und darauf hoffen, dass der über viele Jahre gewachsene Kundenstamm einem gewogen bleibt. Zu viele Veränderungen sind möglich. Der Verlag wird von einem anderen aufgekauft und es ändert sich damit die gesamte Struktur. Die Lektorin wechselt und bringt ihre „eigenen“ Übersetzerinnen mit. Oder der Verlag vergibt vermehrt Übersetzungs- und Lektoratsaufgaben an externe Agenturen.
Manchmal ist eine solche Veränderung aber auch eine Chance. Glück, wenn genau in einem solchen Moment auf Empfehlung einer Kollegin ein neuer Kunde anklopft, der auch noch exakt zu Sprache und Fachgebiet passt.
Wer aber nicht auf sein Glück bauen will, nutzt diese Zeit für Akquise bei alten wie bei potenziellen neuen Kunden. Oder besucht Seminare und Messen, die sich nicht nur zur Weiterbildung, sondern auch zum Networking nutzen lassen.

Neue Kunden werden nicht lange auf sich warten lassen …

Erfahrungen weitergeben

Beim Existenzgründertag des BDÜ Bayern habe ich meine langjährigen Erfahrungen als Übersetzerin an Kolleginnen und Kollegen weitergegeben, die an der Schwelle zur Selbstständigkeit stehen. Neben Selbstmarketing, Akquise und Kalkulation ging es natürlich auch um all die Fragen, mit denen man als selbstständige Übersetzerin oder DolmeLogo_BDUE_Bayerntscherin konfrontiert ist und die man im Studium nicht gelernt hat. Weitere Informationen kann man sich auch beim Treffen der Existenzgründergruppe holen, die sich regelmäßig in der Geschäftsstelle des BDÜ Bayern in der Rottmannstraße 11 in München trifft.

„Regulatorisches“ Englisch

Im Dschungel aufsichtsrechtlicher Texte den Überblick behalten … Das hörte sich erst mal nicht so spannend an, vor allem wenn man von Rechtstexten lieber die Finger lässt. Der Referent Ralf Lemster braBulle_und_Bär_Frankfurtchte jedoch Aspekte ins Spiel, die mir als Finanzübersetzerin sicherlich künftig helfen werden, wenn ein Finanztext mal wieder etwas rechtslastiger ist. Besonders interessant und zugleich erschreckend war für mich, dass man sich auf offizielle Übersetzungen nicht unbedingt verlassen kann –  was der Referent anhand einiger Beispiele auch überzeugend belegte. Ich bin nun also vorgewarnt und prüfe lieber zwei Mal, bevor ich hier allem und jedem Glauben schenke.

Besser Übersetzen!

moodlelogo

Sechs Wochen lang an einem Online-Seminar auf der Moodle-Plattform teilnehmen, Texte lesen, Hausaufgaben machen, chatten…. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob es mir gelingen würde, neben dem normalen Arbeitsalltag die Zeit für diese Fortbildung abzuknapsen. Doch es funktionierte erstaunlich gut und ich war begeistert von dieser Art des Lernens. Ziel des vom 27. Oktober bis 7. Dezember 2015 dauernden Seminars war es, die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen, das Handwerkszeug zu schärfen und Strukturen besser zu verstehen. Intuitives Wissen wurde so mit Handfestem (Grammatik, Sprachvergleich, Wortschatzproblematiken) unterfüttert, um nicht nur besser, sondern auch bewusster zu übersetzen.

Vielen Dank an Dr. Ina Pfitzner für dieses aufschlussreiche Seminar.

Die Schneekönigin

Schneekoenigin

Bereits 2013 habe ich für den Knesebeck-Verlag Hans Christian Andersens Der Tannenbaum adaptiert. Jetzt hat mich der Verlag mit der Adaption von Die Schneekönigin beauftragt, einem der bekanntesten Märchen Andersens. Es handelt von einem kleinen Mädchen, das seinen von der Schneekönigin entführten Spielgefährten sucht. Die Suche des Mädchens schildert Andersen in traumartigen Szenen, die die finnische Illustratorin Sanna Annukka mit ihrem farbenfrohen, grafischen Stil wunderschön illustriert.